EU AI Act Beratung: KI-Inventar, Risikoklassen und Governance

Der EU AI Act verpflichtet Unternehmen, die KI einsetzen, gestaffelt zu AI Literacy, Transparenz und – je nach Risikoklasse – zu Risikomanagement und Dokumentation. Sascha Sambale hilft, ein KI-Inventar aufzubauen, Anwendungen einzuordnen und daraus Richtlinien, Schulungen und Prozesse abzuleiten, abgestimmt mit DSGVO und Informationssicherheit.

Zuletzt aktualisiert: 08.11.2026

Grundlage
Verordnung (EU) 2024/1689
Seit 2.2.2025
Verbote und AI-Literacy-Pflicht (Art. 4)
Seit 2.8.2026
Transparenzpflichten (Art. 50)
Bußgelder
bis 35 Mio. € bzw. 7 % (Art. 99)

Was Unternehmen jetzt tun sollten

Der erste Schritt ist Transparenz: Welche KI-Systeme und -Modelle werden wo, wofür, mit welchen Daten und von wem eingesetzt? Erst danach lassen sich Rolle (Anbieter oder Betreiber) und Risikoklasse bestimmen und die konkreten Pflichten ableiten.

  • KI-Inventar aufbauen und pflegen
  • Anwendungen nach Risikoklassen einordnen: verboten, hochriskant, transparenzpflichtig, geringes Risiko
  • AI Literacy nach Art. 4 nachweisbar schulen
  • KI-Richtlinien für Mitarbeitende formulieren
  • Verantwortlichkeiten, menschliche Aufsicht und Dokumentation festlegen

Zeitplan und Bußgelder

Die Verordnung gilt gestaffelt: Verbotene Praktiken und die Pflicht zu AI Literacy gelten seit dem 2. Februar 2025, Pflichten für KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck seit dem 2. August 2025, die Transparenzpflichten nach Art. 50 seit dem 2. August 2026. Für Hochrisiko-Systeme gelten zum Teil längere Fristen, die durch den Digital Omnibus der EU angepasst werden. Art. 99 sieht Geldbußen von bis zu 35 Mio. Euro oder 7 % des weltweiten Jahresumsatzes für verbotene Praktiken vor, bis zu 15 Mio. Euro oder 3 % für andere Verstöße; für KMU gilt jeweils der niedrigere Betrag. Quelle: Verordnung (EU) 2024/1689.

EU AI Act und DSGVO zusammen denken

Sobald personenbezogene Daten verarbeitet werden, gilt neben dem AI Act die DSGVO. Sinnvoll ist deshalb eine gemeinsame KI-Governance, die Datenschutz, Informationssicherheit, Beschaffung und Fachbereiche verbindet – statt paralleler Prozesse, die niemand pflegt. Diese Seite ist keine Rechtsberatung; für verbindliche Einzelfallfragen wird mit Ihrer Rechtsabteilung oder Kanzlei zusammengearbeitet.

Formate zum EU AI Act

FormatDauerFür wenErgebnis
Keynote EU AI Act & Responsible AI30–60 Min.Führungskräfte, BelegschaftÜberblick über Pflichten und Chancen
AI-Literacy-Schulung (Art. 4)0,5–1 TagMitarbeitendeDokumentierte KI-Kompetenz
KI-Inventar & Risikoklassen-Workshop1–2 TageCompliance, IT, FachbereicheInventar und erste Risikoeinordnung
KI-Governance & RichtlinienprojektbasiertGeschäftsführung, DatenschutzRichtlinien, Rollen, Prozesse

Häufige Fragen zum EU AI Act

Gilt der EU AI Act auch für Unternehmen, die nur ChatGPT oder Copilot nutzen?

Ja. Wer KI-Systeme beruflich einsetzt, ist Betreiber im Sinne der Verordnung. Mindestens die Pflicht zu ausreichender KI-Kompetenz der Mitarbeitenden (Art. 4) gilt seit dem 2. Februar 2025.

Was bedeutet AI Literacy nach Art. 4?

Unternehmen müssen sicherstellen, dass Mitarbeitende, die mit KI arbeiten, über ausreichende Kenntnisse zu Funktionsweise, Chancen und Risiken verfügen. Praktisch bedeutet das zielgruppengerechte, dokumentierte Schulungen.

Wann ist eine KI-Anwendung hochriskant?

Unter anderem, wenn sie in Bereichen nach Anhang III eingesetzt wird, etwa Personalauswahl, Kreditwürdigkeit oder kritische Infrastruktur, oder Sicherheitsbauteil eines regulierten Produkts ist. Die Einordnung erfolgt pro Anwendungsfall.

Ersetzt diese Beratung eine Rechtsberatung?

Nein. Die Beratung übersetzt die Anforderungen in Prozesse, Rollen und technische Leitplanken. Verbindliche rechtliche Bewertungen erfolgen gemeinsam mit Ihrer Rechtsabteilung oder Kanzlei.

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